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Mann o Mann

Frauen sind im Stadion erlaubt!
Es ist ja nicht mehr zu übersehen, dass die letzte Männerdomäne gefallen ist und der letzte frauenfeindliche Raum inzwischen „unisex“ ist: Das Stadion – der Hort der Männlichkeit. Hier konnte man sich noch ausleben, unbeobachtet von kritischen Blicken (der eigenen) oder skeptischen, spöttischen oder auch interessierten (von anderen) Frauen. Hier konnte man „sein“ und mußte nicht etwas darstellen, keine beziehungstechnischen Probleme diskutieren, sondern eher so lebenswichtige Fragen klären wie „was wäre, wenn die Flanke, der Pass rechtzeitig, höher, weiter oder direkter gekommen wäre“.

Aber die Zeiten ändern sich und mit den Zeiten auch die Sitten, Gewohnheiten und alles, was das Leben im Prinzip einfach und überschaubar gemacht hat. Und da wir nun mal in diesen komplizierter gewordenen Zeiten leben, wird das Zebra auch darauf reagieren und seine Aufgabe darin sehen, Menschen – also die Hälfte der Menschen – die, die sich bislang noch nicht so richtig auskennt in ihrem neuen Lebensraum – an die Hand zu nehmen und ihr den einen oder anderen Tip zu geben für ein neues glückliches und friedvolles Leben.

Beginnen wir am Anfang (wo denn sonst – das ist journalistisch wieder einmal ein „no go“, bzw. muß man an dieser Stelle sagen: ein „no wright“). Am Anfang steht die Auswahl eines geeigneten Partners – also ein belastbarer Mann mit Lebenserfahrung und Sachverstand muss her. Ich meine hier einen richtigen, einen, der was vom Leben versteht, der sich auskennt, der insbesondere versteht, immer wieder mit Niederlagen umzugehen, immer wieder das Wechselspiel von Hoffnung und Enttäuschung zu ertragen und der trotz allem unbeirrt seinen Weg (ins Stadion) geht: Es kann also nur ein Zebra, ein echter MSV-Fan sein!

Wenn man dann einen wegen seiner hübschen blau-weißen Kleidung oder wegen seines Zebras, das er wer weiß wo trägt – er hat eins, da kann man sicher sein – angesprochen hat und betont hat, dass es nichts wichtigeres auf der Welt gibt, als eine Zebraherde ausserhalb der Kalahari, ist man auch schon einen Schritt weiter.

Nunmehr sollte sofort der nächste Schritt kommen: Der Hinweis, dass „Sie“ natürlich Sky-Sport hat und jede Woche DAS Spiel sieht und jemand fehlt, der mitsehen will.

Gerne kann auch betont werden, dass auch vom Bett aus gesehen werden kann. Aber Achtung, richtig heißt es: „Wir können ja vorher über die AUFSTELLUNG reden“. Keinesfalls heißt es: „Wir können ja vorher über die STELLUNG reden“! So unwichtige Dinge sind vor dem Spiel nicht angebracht, während des Spiels absolute Stimmungstöter und nach dem Spiel – nun ja, das hängt davon ab. Neuerdings steigt ja wieder die Möglichkeit, im Überschwang der Gefühle (ausgelöst durch einen Sieg, nicht durch leichte Bekleidung)……. Andererseits kann man durch geschickte Formen des Tröstens bei einer Niederlage auch schon mal erreichen, dass Mann das mit Stolz erträgt.

Aber wie gesagt, das geht nur mit einem Zebra. Man stelle sich einen Bayern-Fan vor: Immer die gleiche Leier, immer gewinnen, ohne die Höhepunkte eines „Beinahe-Sieges“ und die Überraschung eines richtigen Sieges. Und wenn es ein Fortune ist (Gott bewahre) muss man damit rechnen, dass er seinen Idolen nacheifert und bei jedem Stups direkt umfällt und „Strafstoss (!)“ fordert. Nein, nein, ein Zebra muss es sein!

Übrigens, trotz weiblicher Invasion im Stadion macht es inzwischen wieder Spaß, Fußball (also den MSV – alles andere ist etwas anderes) zu sehen. Und machen wir uns nichts vor: Wir sind doch froh, dass die andere Hälfte der Menschheit uns jetzt etwas besser versteht. Wenn nur die Kommentare nicht wären, wie „das war jetzt Abseits, nicht wahr?“ und man muss wieder einmal erklären, dass es beim Einwurf kein……..

Im Stadion ist auch „Multitasking“ nicht angebracht. Da wird geschaut und geschimpft oder gejubelt, aber nicht ausdiskutiert oder darüber gefachsimpelt, ob der Torwart einen hübschen Hintern hat.

Das zur Eingewöhnung und wir Zebras freuen uns auf ein angenehmes Miteinander und einer freut sich auf das nächste Spiel,
Euer
RolfdasZebra

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