Dezember 2017
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Ein Zebra trabt nach Dusseldoof

Wieder mal ins ungeliebte Stadion.RolfdasZebra hat noch eine Karte bekommen. Um drei Ecken, aber völlig legal und günstig, nämlich geschenkt. Also trabt er nach Dusseldoof, wieder mal in der Erwartung eines Erlebnisses der besonderen Art. Noch in Erinnerung der Designer-Senf-Spender, mal sehen, ob es die Dinger immer noch gibt, oder ob sie von senfbekleckerten Fans schon fachmännisch – also mit roher Gewalt – abmontiert worden sind.

RolfdasZebra, der noch vor Tagen wie ein verrückter durch die Gegend hopste (man hätte meinen können, er sei in seinem Alter frisch verliebt) trabt seit letzter Woche nur noch etwas traurig herum, von Galopp kann man schon gar nicht mehr reden.

Schon das letzte Heimspiel war nicht so gut – nicht wegen Fußball. Das Spiel war sogar gut, spannend und mit dem richtigen Ergebnis. Es liegt wohl nur etwas in der Luft, was mir die Streifen von quer nach schräg durcheinander wirbeln lässt. Jedenfalls hatte es einen Schlag gegeben, der dafür sorgte, dass das Zebra im Laufe der Woche immer langsamer wurde, aber das gehört hier eigentlich nicht her.

Also lustlos trabend in die Sprite-Arena oder wie das Ding heißt. In der Straßenbahn zwischen den Fortunen eine Rotte Zebras mit lautem Gesang. Das störte aber niemanden, es gab nur den hämischen Kommentar: „Die können ja nicht mal singen!“

Leider muß ich zugeben, sie hatten Recht.

Dann den richtigen Eingang suchen und es war kaum eine halbe Stunde vergangen, da war er auch schon vor mir. Und dann ab – genau in den Hardcore-Fortuna-Block. Wir waren zu dritt: Zwei Fortunen mit mir als ZebraohneStreifen im Gefolge.

Großes Geschrei um mich rum, bis zum Tor unserer Zebras, danach dumme Gesichter, anders kann man es nicht nennen: saudumme Gesichter. Nur das Zebra lachte in sich hinein, heimlich und unbemerkt.

Ausgleich und Rückstand wurden mit Bier begossen, also wir wurden begossen, von den Fortunen über uns. Aber da es sich in diesem Stadion dabei ja überwiegend um Alt handelt, war der Verlust nicht soo groß. Und dann beim Ausgleich begann das große Zittern, es wurde immer unruhiger um mich herum, immer lauter, immer aufgeregter.

Die Zebras auf dem Platz waren erstaunlich ruhig, die Herde lief sozusagen im Gleichschritt, wenn auch dezimiert durch eine Provokation von Saschi Rösler, der mal wieder in Strafraumnähe einen Schwächeanfall hatte (bei dem Vornamen bleibt das nicht aus).

In der Pause eine Krakauer für nur besonders günstige drei Euro sechzig, noch dazu versehen mit dem Abenteuer, sich am Designer-Senf-Spender bekleckern zu dürfen. Es gibt sie nämlich immer noch, schon von weitem waren sie zu sehen – wenn man sie kennt. Sonst steht man nämlich davor und würde sie für moderne Kunst halten, wenn nicht ein Häufchen dreckiger Servietten und einige Kleckse Senf die wahre Bestimmung dieser Geräte verraten würde.

Danach gab es keine Tore mehr (was nicht – so möchte ich betonen – am Senf lag) und so waren letztlich alle zufrieden, außer vielleicht die Chaoten, die so gar keinen Grund fanden, Randale zu machen (wahrscheinlich hatten sie keine Wurst gegessen).

Selbst RolfdasZebra wurde wieder etwas munterer, denn auf dem Rückweg smste es noch kurz in der Hosentasche und er ahnte sofort:

 

Euer

RolfdasZebra trabt noch, gebremst, aber immerhin weiter und weiter, in die neue Saison hinein.

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