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Zuggedanken

Samstag, Rückfahrt aus Berlin im ICE 848. Der Zug fliegt dahin mit 250 km/h und mit ihm fliegen die Gedanken zurück zum Freitagabendspiel gegen Union.

Laptops und e-books werden überall im Waggon bearbeitet – also auch mein altes dampfgetriebenes Netbook rausgeholt und die fliegenden Gedanken einfangen und im Netbook einsperren, auf das sie später mit Bedacht und geordnet wieder freigelassen werden können, was ich hiermit versuche:

„Wer hat eigentlich Emil Jula gesagt, er solle Fußballspieler werden? Holzfäller vielleicht oder notfalls Bauarbeiter, o.k. Aber Fußballspieler? Der Mann ist beweglich wie eine deutsche Eiche, wobei – wenn sich Äste und Blätter einer Eiche im Wind bewegen, sieht man schon eine gewisse Eleganz – das fehlt bei Jula gänzlich. Der Mann ist schnell wie Oma mit dem Rollator und er hat eine Technik wie ein Holzklotz, womit wir wieder bei Emils Traumberuf wären. Als Holzfäller hätte er bestimmt Erfolg – die Bäume würden ihn fürchten.

Nun hat man es beim Fußball selten mit Bäumen zu tun, schon gar nicht bei gegnerischen Mannschaften.

Wer hat eigentlich unserer Mannschaft gesagt, wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat, egal in welche Richtung, dann sei erstmal ein paar Minuten Pause?

Schnell und direkt weiterspielen bei Freistoß, Abstoß oder Einwurf ist möglich!!! Das darf man und manchmal kann man damit den Gegner beeindrucken oder unter Druck setzen.

Und Vorsicht, die anderen tun es manchmal – das ist nicht unfair, die dürfen das. Also nicht umdrehen und erst mal gemütlich nach hinten gehen – aufpassen ist angesagt.

Wer hat eigentlich unserer Abwehr gesagt, man muß den Ball erstmal eine Weile quer schieben, bevor man einen langen Pass spielt?

Wer hat eigentlich dem Mittelfeld gesagt, man darf den Ball nicht „durchstecken“, das wäre für den Gegner nicht zu durchschauen und damit unfair?

Wer hat eigentlich den Stürmern gesagt, man dürfe erst loslaufen, wenn ein Pass gespielt ist (sonst weiß man ja nicht, wohin man laufen soll)?

Man darf auch vorher laufen, weil man dann eventuell vor dem Gegner am Ball ist (wenn man angespielt wird) oder andernfalls Möglichkeiten für seine Mitspieler eröffnet werden könnten.

Und außerdem unterscheidet sich Fußball von Schach durch einen ordentlichen Schuß Dynamik.

Und letztendlich ist es doch so, dass Fußball deshalb so kompliziert ist, weil es ein ganz einfaches Spiel ist!“

 Ja, ja, ich weiß: Fliegende Gedanken sind nicht immer ganz logisch und nicht immer fair und gerecht. Aber sie kommen und gehen wenn man Zeit hat und nicht an so komplizierte Dinge wie Arbeit oder Frauen denken will. Und nächstes mal bin ich auch wieder viel positiver eingestellt, das verspricht Euch

Euer

RolfdasZebra

 

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