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Ein „Essay“

Untertitel: Das ist eine längere Geschichte!

Neulich sagte jemand zu mir:  „Ich habe da jetzt mal was gelesen von dir, das mit dem Zebra. Ist ja alles sehr kurz!“

Nun ja, es gab schon mal ein schöneres Lob. Ich – für meinen Teil – fand das, was ich bisher formuliert habe, sagen wir mal so: Dem Anlass angemessen, manchmal nicht so schlecht formuliert, mit Botschaft. Also literarisch durchaus nicht ohne Wert.  Wenn ich nur an meinen Rückblick auf die Hinrunde verweisen darf. Ein Fazit sprachlich derart „auf den Punkt“ zu bringen und den Artikel für jung und alt, dumm und intellektuell lesbar und verständlich zu halten durch den Text „Jau, war gut!“ ist doch durchaus bemerkenswert. Zumindest ist der Artikel für Textinterpretationsaufgaben im Abitur geeignet, mit der Frage: Was will uns der Autor damit sagen?

Aber gut, länger soll es also sein. Das könnte ein Fußballroman mit einem Aufstieg als happy-end sein, eine Ode, bei der der Held am Ende mit letzter Kraft das Siegtor schießt und dann seine Karriere beenden muß, oder eine Spielerbiografie vom ersten bis zum letzten Tor oder eine Kritik eines Spiels des FC Sch… (nein, das geht wirklich nicht) oder eine Statistik der Aufstellungen des MSV der letzten 10 Jahre unter besonderer Berücksichtigung der Fehler des Trainers P.N. oder auch eine soziologische Studie der Fans. (Vielleicht mache ich das alles mal, wenn ich in Rente bin.)

Tucholsky hätte dazu gesagt: Versuche es, versuche alles. Und wenn es gar nichts geworden ist, dann sag, es sei ein Essay!

Das ist ein guter Spruch, aber Tucholsky hatte ja noch viel mehr solcher Sätze. Er sagte zum Beispiel auch: „Es gibt wirklich nur eine Lösung. Man muß reich heiraten.“

Oder schriftstellernden Zeitgenossen aus „Wichtigstein an der Phrase“ warf er (zurecht) vor: „Das ist ihre Arbeit: Banalitäten aufzupusten wie die Kinderballons. Stich mit der Nadel der Vernunft hinein, und es bleibt ein runzliges Häufchen schlechter Grammatik.“

Tucholsky hatte viele solcher Sprüche, besonders auch zur politischen Lage, aber das würde jetzt zu weit führen. (In dieser Sammlung ist mein „Jau, war gut!“ doch gut aufgehoben!)

Zum Fußball hat er nichts gesagt – war wohl kein Fan. Oder man weiß es nur nicht mehr. Ich muß doch noch mal die gesammelten Werke lesen. Aber dann habe ich ja wieder keine Zeit „für längere Texte zum Schreiben“.

Was hat das eigentlich alles mit dem MSV zu tun? Nun, die Beantwortung dieser Frage überlassen wir doch besser unserem hoffnungsvollen Nachwuchs im Rahmen der Abiturarbeit „Textinterpretation“. Und über die Länge der Texte im Verhältnis zu ihrem literarischen Wert werde ich vielleicht mit meinem Kritiker noch mal reden. Nicht so im Vorübergehen auf der Strasse, sondern vielleicht bei einer Tasse Kaffee oder Tee oder Rotwein (hier darf es auch ein Glas sein) auf dem Sofa. Und dann lässt er sich vielleicht überreden! Zu einem Besuch in der Arena, um die Diskussion mit ca. 15.000 anderen literarisch interessierten Besuchern fortzusetzen.

Was bleibt noch zu sagen?

MSV tut gut! (Auch so ein Satz!) Wirkt gegen Stress, Ärger, Krankheiten jeglicher Art, Liebeskummer, Anschiss vom Chef und schlechte Kritiken. Das sagt Euch

Euer

RolfdasZebra

(War das jetzt eigentlich lang genug?)

2 Kommentare zu „Ein „Essay““

  • gerd:

    Pooh!

    Da kommt aber die ganze Alterweisheit raus!

  • elli pirelli:

    Da brauchtest du aber viele Umwege, um auf den Punkt zu kommen. Sicherlich nimmt sich dein(e) Kritiker(in) jetzt nochmals alle Artikel vor, prüft sie intensiv auf ihren Inhalt und kommt zu dem Schluss, dass vielleicht doch mehr Würze in der Kürze liegt.

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